Aktuelles | 01.03.2026

Jahr 2012: Erste Trachten und erste Auftritte

Fortsetzungsserie – Teil 2

Im Mai hatte Marjánka ihren allerersten öffentlichen Auftritt, und zwar im Gebäude der Botschaft der Tschechischen Republik in Wien. Die Kinder präsentierten dort im Rahmen des Frühlingskonzerts der Schulen des Schulvereins Komenský ein kurzes Programm aus Tänzen, Reimen und Liedern. Einige Monate später bot sich eine weitere Gelegenheit – diesmal direkt in den Schulen des Schulvereins Komenský. Dort traten die Kinder im Kulturprogramm anlässlich des Besuchs der First Lady der Tschechischen Republik, Frau Livia Klausová, auf.

Mit den Auftritten entstand auch der Bedarf an passender Kleidung. Da uns damals keinerlei finanzielle Mittel zur Verfügung standen, wurden die ersten einfachen Trachten in liebevoller Handarbeit gefertigt – vor allem dank des großen Engagements der Großmütter und Freunde des Ensembles. Ein besonderer Dank gilt Frau Božena Kovářová aus Olešnice, Frau Alexandra Kolářová aus Wien und Jarka Wiesnerová aus Brünn, die sich um ihre Entstehung besonders verdient gemacht haben und an die wir bis heute mit Dankbarkeit zurückdenken.

Im Herbst wuchs nicht nur die Familie von Květa Apolin, die zu den Proben sogar mit der kleinen Anička in der Wiege kam, sondern auch Marjánka selbst. In zwei Gruppen – einer Vorbereitungsklasse für Kindergartenkinder und einer Gruppe für Erstklässler – nahmen damals bereits regelmäßig 24 Kinder teil. Neben den wöchentlichen Proben fand auch die traditionelle Weihnachtsfeier statt. Im Dezember bekamen die Kinder Besuch vom Nikolaus, vom Teufel und vom Engel, und gemeinsam erinnerten wir uns an die schönen tschechischen Traditionen.

Was als unauffälliges Treffen einiger weniger Kinder begonnen hatte, wurde zum Anfang einer Tradition, die heute Dutzende Familien miteinander verbindet. Gerade dieser Zusammenhalt und die gegenseitige Verbundenheit sind der größte Schatz, den Marjánka in ihren ersten Jahren gewinnen durfte.

Die Kinder, die einst voller Begeisterung bei uns begonnen haben, sind heute bereits erwachsen – und es ist schön, ihnen nach Jahren wieder zu begegnen, ein paar Worte zu wechseln und gemeinsam in Erinnerung zu schwelgen. Ob im Trubel der Wiener Straßen oder auf einem Minderheitenball – immer sehen wir in ihnen ein Stück der damaligen Marjánka und ihrer Anfänge. Und wer weiß – vielleicht erinnern sie sich eines Tages, wenn sie selbst Eltern sind, an diese gemeinsamen Momente und bringen ihre eigenen Kinder zu Marjánka. So schließt sich der wunderbare Kreis des Lebens und beginnt immer wieder von Neuem.

Links zur Fotogalerie aus dem Jahr 2012: