Aktuelles | 19.02.2026
Aus einer Sommeridee entstand ein Projekt, das nun schon fünfzehn Jahre besteht
Fortsetzungsserie – 1. Teil
Es war das Jahr 2011. Die Welt erschütterte die Nachricht über die Havarie des japanischen Atomkraftwerks Fukushima, Osama bin Laden wurde getötet, der Apple‑Gründer Steve Jobs starb, das heute bereits kultige Videospiel Minecraft erschien und Großbritannien feierte die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton. Im Schatten dieser großen Ereignisse begann eine Geschichte, die sich nach und nach zu einem festen Bestandteil des Minderheitenlebens in Wien entwickelte.
Mitten im Sommer, während einer Geburtstagsfeier, entstand die Idee, eine musikalisch‑bewegungsorientierte Freizeitgruppe für Vorschulkinder zu gründen. Hinter dieser Idee stehen zwei Frauen – Květa Apolin und Martina Canova. Sie beschlossen, ihre Freizeit den Kindern zu widmen und einen Raum zu schaffen, in dem sie sich treffen, singen, tanzen und gleichzeitig Traditionen und Sprache an die nächsten Generationen weitergeben können. Gemeinsam wählten sie auch den Namen, den die neue Gruppe tragen sollte. Am 26. Juli 2011 entstand so offiziell die Marjánka.
Bereits im September begannen die ersten Proben. Die Gruppe bestand aus sechzehn begeisterten Kindern. Unter ihnen war auch die damals fünfjährige Ellen Apolin, die Tochter einer der Gründerinnen. Räumlichkeiten stellte der Schulverein Komenský zur Verfügung, der einen Raum für die Proben bereitstellte. Alle Kinder, die im ersten Jahr die Gruppe besuchten, gingen gleichzeitig in den Kindergarten dieses Vereins.
Das Jahr neigte sich dem Ende zu, und mit ihm auch die ersten Monate der neuen Aktivität. Der Höhepunkt der viermonatigen Arbeit war eine kleine Weihnachtsfeier für die Eltern – der erste gemeinsame Auftritt, der erste Applaus und die erste Freude über eine gut gelungene Arbeit.
So entstand im Sommer 2011 eine Idee, die in der Volksgruppengemeinschaft auf fruchtbaren Boden fiel und sich weiterentwickeln konnte. Marjánka wurde geboren – ein Raum für Begegnung, Austausch und Bewahrung der tschechischen und slowakischen Sprache und Traditionen, an dessen weitere Kapitel wir uns in unserer Serie nach und nach erinnern werden.